Die einzig akzeptablen Karten für Menschen mit Krebs

Krebs ist scheiße. Eine beschissene, heimtückische, widerliche Krankheit aus der Hölle!

Ich weiß das, weil ich Krebs hatte. Ich habe es bisher geschafft. Aber ich erinnere mich genau an diese Zeit. An den Schock. An die Angst, die nie ganz weggeht. An meine Hilflosigkeit und die meiner Mitmenschen. Und an das auf Dauer unerträgliche Gefühl, von allen Seiten ständig nur bemitleidet zu werden.

PLAY

Aber was sollst du sagen, wenn da jemand steht, der gerade die Diagnose Krebs bekommen hat?

Genau darüber hat sich die amerikanische Künstlerin und Krebs-Überlebende Emily McDowell Gedanken gemacht – und wundervolle, knallhart ehrliche Gute-Besserungs-Karten entworfen, ihre „Empathy Cards“.

Schon vor einiger Zeit machten Emilys tragikomische, kraftvolle Motive im Netz die Runde, jetzt hat sie eine zweite Edition rausgebracht

Hier sind meine fünf Lieblingsmotive – die einzigen Karten, die du jemandem mit Krebs geben solltest:

1. Die Marathon-Karte:

„Wenn Leute sagen ‘Es ist ein Marathon, kein Sprint‘, glaube ich nicht, dass sie begreifen, wie sehr du Laufen hasst.“

Das hat Emilys Onkologe öfter zu ihr gesagt, ich habe den Satz auch gehört. Emily meint: „Die Metapher ist voll daneben.“ Full ack. Ich persönlich HASSE laufen wirklich sehr. Fragt meine ehemaligen Sportlehrer.

Emily McDowell
Bild via Emily McDowell

2. Die Hamster-Karte

„Ich wünschte, ich könnte den Schmerz wegnehmen. Oder wenigstens die Leute, die ihn mit dem Moment vergleichen, in dem ihr Hamster starb.“

Tiere sind toll, aber der Vergleich hinkt massiv.

Emily McDowell
Bild via Emily McDowell

3. Die Was-soll-das-Karte

„Wenn das Gottes Plan ist, ist Gott ein schrecklich schlechter Planer.“

Das ist wirklich nicht hilfreich. Und man darf mit dem Schicksal dieser Erkrankung ausgiebig hadern.

Emily McDowell
Bild via Emily McDowell

4. Die Last-Karte

„Du bist keine Bürde. Du bist ein Mensch.“

Für mich der berührendste und wichtigste Satz. Ja, wer schwer krank ist, ist auf Hilfe angewiesen und sehr dankbar dafür. Aber irgendwann will man sich einfach nicht mehr wie ein Patient, sondern wie eine Person fühlen.

5. Die Reise-Karte

„Ich verspreche, deine Krankheit niemals als eine ‘Reise‘ zu bezeichnen. Es sei denn, jemand nimmt dich mit auf eine Kreuzfahrt.“

Eine Reise ist etwas Gutes. Krebs nicht.

Emily McDowell
Bild via Emily McDowell

Ich wünschte, es hätte diese Karten 2011 schon gegeben. (Aber eigentlich wünschte ich, ich würde mir das nicht wünschen müssen...)

Diese und weitere Motive findest du hier auf Emilys Website.

Scheiß auf „Gute Besserung“.

Wie würdest du kranken Freunden deine Unterstützung zeigen?

Teilen Teilen
Titelbild via Emily McDowell

Dieser Artikel ist Teil unseres Ressorts Caring, in dem es um Dinge geht, die unsere Welt besser machen: Konsum, Umweltschutz, Gerechtigkeit, Gesellschaft. So wie in diesen Artikeln: